Gräber von Deutschen in Loigny

Sicher, die Gefechte waren besonders schwer. Dennoch überließen die Bauern nach der Schlacht den Deutschen spontan einige Parzellen, damit sie ihre Toten begraben konnten. Diese Geste lässt sich mit Sicherheit auf eine Mischung aus Angst und Mitgefühl zurückführen. Auch heute noch gehören einzelne Abschnitte Deutschen.

Gedenkfeiern im Zeichen der Brüderlichkeit

Während in Frankreich der Wunsch nach Revanche aufkeimte, fanden die Gedenkfeiern zum 25. Jubiläum der Schlacht bei Loigny unter Leitung des Kaisers des Deutschen Reiches, Wilhelm II., statt.

Zum 100-jährigen Gedenken wurden als Zeichen der Brüderlichkeit zwischen den Völkern die Gebeine von 60 deutschen Offizieren geborgen und in das Ossarium mit den 1 200 französischen Soldaten überführt.

In Loigny finden regelmäßig Feiern zur deutsch-französischen Freundschaft statt. Im Jahr 2000 rief der Wehrbeauftragte der Botschaft, Oberst Klaffus, in Fougeu die Erinnerungen an die deutschen Soldaten wach und pflanzte auf dem place du 2 décembre 1870 in Loigny einen Ginkgo-Baum. Dieser Baum des Friedens, der sogar die Atombombe überstanden hat, symbolisiert das Leben und den Neubeginn. Der Ginkgo biloba ist aber auch das Wahrzeichen der Stadt Weimar, einstige Wahlheimat Goethes.

Die Pflicht des Gedenkens

Bei den am 2. Dezember in Loigny-la-Bataille abgehaltenen Zeremonien wird jedes Jahr von neuem an die Pflicht des Gedenkens erinnert. Die Feier, auf der zivile, militärische und kirchliche Amts- und Würdenträger zusammenkommen und die immer auch eine Friedensbotschaft vermittelt, ist Gelegenheit, das Andenken der Opfer in Ehren zu halten.

Der Gedenkrundgang

Am 2. Dezember 2007 wurde ein aus zehn Pulten bestehender Gedenkrundgang eingeweiht. Auf dem Weg können die Besucher die bekannten Orte der Schlacht bei Loigny erkunden. Um die ganze Bedeutung der Gefechte des 2. Dezembers 1870 verstehen zu können, wurde eine Orientierungstafel angebracht.

Der Gedenkrundgang wurde von dem Verein Les Amis de Sonis-Loigny sowie dem Rathaus von Loigny-la-Bataille ins Leben gerufen. Des Weiteren wurde er vom Gemeindeverband Beauce d’Orgères, dem Pays Dunois, dem Pays de Beauce und dem europäischen Förderprogramm LEADER mitfinanziert.